Fabian in Goa

Meine Erlebnisse in Indien

Beach

30.12.2003-03.01.2004 Goa - Vagator Beach

Nach dem schönen Wochenende in Bombay bestiegen wir den Zug nach Goa, der ersteinmal mit vier Stunden Verspätung losgefahren ist, so dass wir in der tiefsten Nacht in Goa angekommen sind und unser gebuchtes Hotel in Vagator im Norden Goas auch recht schnell gefunden haben. In der dunklen Nacht sah alles noch recht geheimnisvoll aus. Ich war fasziniert vom warmen Klima und der Urlaubsatmosphäre. Wir sind gleich in der Nacht noch ans Meer und haben dem Meeresrauschen unter Palmen zugehört – allerdings wurde die Idylle durch ein paar trinkende und kiffende Deutsche unterbrochen, die etwas zuviel des Guten konsumiert haben und sich lauthals am Strand übergeben mussten. Haben dann noch nett desnächtens ein paar billige alkoholische Getränke in einem hübschen Restaurant zu uns genommen und die laue Nachtluft genossen. Unser Hotel war wie ein Garten angelegt und bestand aus mehreren kleinen Bungalows – überall dichte Pflanzen und duftende, tropische Meeresluft. Paradiesisch.

Dinner

Goa ist das Traumziel von Hippies, Partyvolk und Pauschalurlaubern. Goa ist Idylle pur - Sonne, Palmen, Strand. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein: und das zwei mal. Das erste Mal irgendwann in der 60ern oder 70ern. Immer noch leben einige eingewanderte Hippies hier. Dauerurlaub zu Billigstpreisen. Das zweite Mal blieb die Zeit Anfang der 90er stehen - zu Zeiten der großen Raveparties. Immerhin hat sich ein Musikstil nach Goa benennen lassen. Aus vielen Lokalitäten dringt noch Goa-Geschrummse, doch der Schein trügt. Parties am Strand sind weitgehend verboten, auch weiter im Lande ist oft spätestens nach um 2 Uhr Schluss mit lustig. Drogen sind überall erhältlich. Man wird auf den Märkten angequatscht: "Hello Sir! What do you want?! Marihuana, Ecstasy, Cocaine?". Jedoch - alte portugiesische Forts sind voll mit Ausländern, die hier ihre Haftstrafen wegen Drogenbesitz absitzen. Eine Alternative: der Schnaps – beispielsweise Cashew-Schnaps - ist sagenhaft günstig.

CrabAuch das Essen ist Goa ist toll. Durch die vielen Ausländer und die Urlaubsatmosphäre findet man hier internationale Küche, mit viel Fleisch. Haben eine echt italienische Pizzeria gefunden – habe mir die Pesto-Pasta schmecken lassen. Die gängigen indisch-amerikanischen Pizzas sind halt nicht so das Wahre. Das beste an Goa sind die ganzen nicht-vegetarischen Dinge, die das Meer bereit hält. Habe jeden Tag andere Masala Prawns gegessen – Garnelen in indischer, würziger Soße. Eine willkommene Abwechslung zum vegetarischen Alltag mit Linsen, Bohnen und Reis. Leckeren Fisch gibt es auch. Einige haben sich auch an die Krabben gewagt, mir war sie eine Nummer zu groß. Hätte gerne Hummer probiert – der war hat wohl nicht zum Fang des Tages gehört.

Die Strände sind traumhaft, aber indisch. Kühe laufen unter Kokospalmen vor dem Wasser umher, Straßenhunde wollen sich aufs Badetuch legen. Ständig kommt jemand vorbei, der einem Sonnenbrillen, Uhren und Strandtücher andrehen will – wie in einem Kitkat-Werbespot. Und dann noch die Rudel junger, männlicher, cooler, indischer Touristen, die sich im trendy Outfit im Catwalk am Strand selbst gefallen und Ausschau nach ausländischen Frauen halten, die sie mit Vorliebe mit ihrer Kamera fixieren. Palm treesUnd nicht nur fixieren, sondern auch fotografieren. Entgegen der Warnungen mancher Reiseführer war das Meer ruhig und durchaus zum Schwimmen geeignet. Die Inder sind zumeist nicht sehr tief ins Wasser gegangen und haben lieber Planschspiele gespielt, denn die meisten können nicht schwimmen. Wir haben am Ende des Strandes in Vagator ein herrliches Strandrestaurant gefunden, wo man sich Knoblauchbrot und ein Bierchen gönnen konnte und gleichzeitig den Sonnenuntergang bei Meeresrauschen bewundern konnte. Wir sind natürlich auch nach Goa gekommen, um den Jahreswechsel zu feiern. So haben wir uns ein nettes Silvesterdinner gegönnt und sind dann auf zum Strand, um dort das neue Jahr zu begrüßen. Die Inder haben den Spaß ein wenig verdorben, indem sie einfach zehn Minuten zu früh begonnen haben, Neujahr zu feiern und Raketen abzuschießen. Dafür ging das Feuerwerk dann nicht sehr lange. Wir sind dann noch auf eine kleine Party und dann noch auf eine Massenraveparty, wo es dann irgendwann zu stressig wurde und wir zurück zum Strand sind, um dem Meer zu lauschen.

Einen Ausflug ins alte Goa und die Hauptstadt Goas haben wir auch gemacht. Davon gibt es hier etwas zu lesen. Und wie es so ist - der schönste Urlaub geht viel zu schnell zu Ende und wir traten dann am darauffolgenden Wochenene die zwei Tage lange Heimreise über Bombay und Delhi zurück nach Chandigarh an.

Beach

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