Fabian in Delhi

Meine Erlebnisse in Indien

Red Fort

22.02.2004 Delhi

Knapp einen Monat nach meinem ersten "richtigen" Delhi-Besuch bin ich wieder mal für ein Wochenende in die Großstadt gefahren, da sich zwei Anlässe boten: zum einen wollte ich mich nach unserem Silvesterurlaub wieder mit meiner Ilmenauer Kommilitonin Anja treffen, die einen Kurztrip durch Indiens Norden machte und zum anderen wollten wir mal richtig ausgehen und die Freundin meiner estnischen Mitbewohnerin hat Einlass zu einer Party in einer Lounge organisiert. So ging es denn von Chandigarh los. Wir sind alle verstreut losgefahren und haben uns später wiedergetroffen. Unser Hotel in Delhi war im Backpacker-Viertel Pahar Ganj gelegen. Die Zimmer waren günstig und das Hotel hat eine herrliche Dachterrasse mit Restaurant gehabt. Dort noch schnell was gegessen und dann sind wir los in Delhis äußersten Süden, haben Ewigkeiten mit dem Autoriksha gebraucht und sind da in der Lounge namens "Mantra" angekommen. Die Eintrittspreise waren unverschämt hoch und wir haben eine Weile gestritten. Am Ende sind wir dann für die Hälfte rein ("nur" 10 Euro). Die Bar war recht stylisch, das indische Cosmopolitan-Magazin hat für sie geschwärmt. Gäste waren auch weiblich und Ausländer waren auch drin. Das Ambiente war in Ordnung, ich fand es nicht sooo aufregend und die Getränkepreise waren auch äußerst westlich gestaltet. Spätnächtens oder auch schon frühmorgens gings dann zurück ins Hotel.

Jama MasjidWir haben am Sonntag ein Frühstück auf der Dachterrasse genossen und sind dann ab zum Sightseeing in die Stadt. Da es einige von uns noch nicht gesehen haben, sind wir ins obligatorische Red Fort. Vor dem Eingang trafen wir wieder viele aufdringliche Händler an. Derjenige Inder, der dann hässliche Bärte verkauft hatte, war wiederum so komisch, dass ich mir dann für ein Trinkgeld einen unechten Bart kaufen musste (Bild oben). So blöd, dass es schon wieder lustig war. Das Rote Fort bietet eine ruhige Abwechslung zum geschäftigen und stinkenden Trubel Old Delhis.

Wir haben dieses Mal ebenso die Jama Masjid aufgesucht (Bild mitte rechts), die größte Moschee Delhis. Auf dem Bild leider nicht so gut zu erkennen - man kann sie nur von weitem richtig gut wahrnehmen. Um die Moschee herrschte geschäftiges Treiben. Die Hinterhöfe und Plätze Altdelhis waren staubig und überfüllt, zumeist mit Moslems. So stelle ich's mir auch in Ägypten oder Syrien vor. In die Moschee konnten wir leider nicht rein - es war gerade Gebetszeit.

Wir haben uns dann aufgeteilt und in verschiedenen Gruppen Delhi bereist. Zu viert haben wir uns entschlossen, zu Humayuns Grabmal zu fahren (Bild unten). Da war ich das letzte Mal auch schon, nur bin ich wegen des Eintrittspreises (5 Euro) nicht rein. Dieses Mal hatte ich meinen Residential Permit mit und bin für 20 Cent reingekommen. Die anderen mussten in den sauren Apfel beißen und haben den Ausländerpreis bezahlt. Das Grabmal wird von einem großen Garten umsäumt, der vor kurzem renoviert wurde. Daher sieht alles grün aus und sogar die Wasserläufe sind gefüllt und nicht nur Trockengräben wie sonst. Auch der Marmor der Grabkammer des alten Herrschers Humayun wurde wieder herausgeputzt. Das Grabmal diente auch als Vorlage für das Taj Mahal und hat bis auf dessen noble weiße Blässe auch einen ähnlich bestechenden Charme. Eigentlich schade, dass man in so einem edlen Gebäude nur einen Marmorsarg untergebracht hat und kein sonstiger Zweck vorgesehen war. Bis zum Sonnenuntergang haben wir den Park genossen und dann ging's wieder zurück in Richtung Chandigarh.

Humayun's Tomb

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