Fabian in Mammallapuram und Kanchipuram

Meine Erlebnisse in Indien

Temple

21.04.2004 Mammallapuram und Kanchipuram

Zu diesem Tagesausflug sind wir eigentlich unfreiwillig gekommen. Einen Tag zuvor hatten wir ein Reisebüro in Chennai aufgesucht und wollten eine Stadtrundfahrt für Chennai buchen. Das haben wir auch getan. Nach Einstieg in den Bus und einiger Fahrzeit machte uns der Reiseführer dann jedoch klar, dass das Tourprogramm kurzfristig geändert wurde und statt Stadttour nun eine Vergnügungsreise außerhalb der Stadt geplant war. Und das auch noch gegen Aufpreis. Ich war stinkig. Habe mich gewundert, wie einfach die anderen Touristen (nur Leute aus Nord- und Westindien sowie aus Sri Lanka, keine Westleute) das so einfach über sich ergehen lassen haben. Habe dann in Anbetracht des sowieso schon halb vergeudeten Tages nachgegeben - wenn auch recht widerwillig. So ging es dann erstmal zu einer überflüssigen Krokodilfarm und einer kitschigen Seelöwen-Show. Geschmackssache. Aber mein Geschmack war es nicht.

Krisha's Butterball

Schließlich stand dann doch ein wenig Kultur auf dem Programm. Es ging dann weiter lang am Küstenstreifen des Bundesstaates Tamil Nadu nach Mammallapuram. Berühmt ist der Ort vor allem wegen seinem Tempel im Meer. Ausgerechnet dorthin hat unser Bus jedoch nicht gesteuert, auch wenn ich den Reiseleiter deswegen einige Male angequatscht hatte. Wir sind stattdessen in einer Felsgegend abgestiegen, denn die Höhlen- und Steinhauer sind ebenso ein markantes Wahrzeichen für diesen Ort. Dort fanden sich jahrtausende alte in Fels geschlagene Tempel (Bild ganz oben) und auch die Butterkugel von Gott Krishna, die ich auf dem mittigen Bild mit meiner Hand vorm Umfallen bewahre. Die Butterkugel hat Krishna gebraucht, um daraus dann seine Lieblingsspeise zu machen - Lassi.

KanchipuramWeiter ging es dann durchs wilde Tamilenland nach Kanchipuram. Kanchipuram ist eine der sieben heiligen Städte der Hindus, allerdings die einzigste im Süden. Die bekannteste heilige Stadt ist Varanasi und in einer anderen - nämlich Haridwar - war ich auch schon. Viel vom heiligen Zauber haben wir jedoch nicht mitbekommen können. Zuerst wurden wir nämlich alle in ein Sari- und Seidegeschäft geschleppt. Zu meiner Verwunderung haben die Inder und Sri Lanker da viel eingekauft. Dachte immer, die würden nicht so auf die Schlepper-Geschäftstechniken ihrer Landsleute hereinfallen. Dem war wohl nicht so. Nach der langweiligen Pause im Laden, wo ich natürlich nichts gekauft habe (brauche weder Seidenkleider noch Sari), sind wir dann endlich weiter zu einem anderen kulturellen Highlight. Der große Tempel in Kanchipuram war beeindruckend hoch und mit vielen weiteren Innenanlagen versehen. Die Reliefbildhauereien haben auch einige Überraschungen offenbart: erotische Abbildungen von Krishna und seinen Jungfrauen und ähnliche Motive. Eigentlich sollte es im Lande des Kamasutra keine Überraschung sein. Aber wenn man einmal die indische erzkonservative und sextabuisierende Gesellschaft miterlebt hat, sind solche Motive dann schon überraschend. Andere Teile des Tempels waren für Nichthindus gesperrt. Sowas kommt aber auch eher selten vor. Normalerweise darf jeder Hinduheiligtümer betreten. Im Gegensatz zu Moslems, die oft sehr strenge Einlassregeln haben - da kommt man als Nichtmoslem oft nicht rein und bei Frauen sieht es eh ganz schlecht aus. Jedenfalls ging es nach kurzem Tempelaufenthalt dann wieder zurück nach Chennai. Hätte ja lieber die Stadtrundfahrt gemacht, aber die habe ich dann am nächsten Tag selbst organisiert unternommen ...

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