Fabian in Ladakh

Meine Erlebnisse in Indien

Leh

20.05.-27.05.2004 Leh

Zum Abschluss meines Indienerlebnisses wollte ich mir das Himalaya gönnen. Eigentlich war eine Woche Nepal eingeplant, doch wegen des dortigen Bürgerkrieges haben wir umdisponiert und uns für Ladakh entschieden. Zwar gehört auch Ladakh zum bürgerkriegsgefährdeten Bundesstaat Jammu & Kashmir, jedoch gilt der buddhistische Ostteil des Staates als halbwegs sicher. Da die Anreise per Bus drei Tage dauert und mit einigen Strapazen verbunden ist, haben wir die Variante per Flugzeug vorgezogen. Wie wir später erfuhren, wäre auch nichts anderes möglich gewesen, denn die Pässe über die Berge öffnen je nach Wetterlage erst Ende Mai oder im Juni und sind nur für wenige Monate geöffnet. Lediglich die wegen Rebellen- und Militärattacken unsichere Straße in die Landeshauptstadt Srinagar über Kargil war zu diesem Zeitpunkt geöffnet. Von Chandigarh aus ist Leh, die Hauptstadt Ladakhs, nur etwa 40 Minuten entfernt. So bestand der Flug fast nur aus einem steilen Start und einer noch abenteuerlichen Landung auf dem Flugplatz von Leh im Tal des Indusflusses. Während in Chandigarh Temperaturen weit über 40 Grad herrschten, war es hier nun deutlich kälter, jedoch bei Sonnenschein erträglich. Nachts sollten jedoch Temperaturen um den Nullpunkt erreicht werden. Vom Flugzeug aus hat man die ganzen militärischen Einrichtungen aus der Luft gesehen. Halb Leh schien mir aus Kasernen und Militärflugplätzen zu bestehen.

Palace

Gleich zur Ankunft am Flughafen war mir schwindlig, was ich auf den turbulenten Flug zurückführte. Jedoch haben sich wohl auch die ersten Anzeichen der Höhenkrankheit darin widergespiegelt, die ihre Wirkung während der nächsten Tage entfaltete. Ich hatte einen stechenden Kopfschmerz, fühlte mich müde und jede Anstrengung fiel schwer. Beim Treppensteigen musste ich ständig Pause machen. Aber man lässt sich dadurch das Abenteuer ja nicht verderben. So haben wir gleich eine Tour ins Nubra Valley für den nächsten Tag gebucht und sind durch Leh geschlendert. Die Stadt war wegen der fehlenden Straßenverbindungen noch weitgehend frei von den Touristenmassen, allerdings war das Speisen- und Getränkeangebot genauso mau, weil der Nachschub nicht per LKW beschafft werden konnte. In der Stadt fühlt man sich insbesondere im Altstadtteil um Jahrhunderte zurückversetzt und bekommt zentralasiatisches Flair zu spüren. Etliche buddhistische Tempel sowie einige Moscheen waren in der Stadt zu finden, nicht so viele Hindutempel. Markant an Leh ist der Leh Palace (Bild oben), der über der Stadt thront - vergleichbar mit dem Potala Palast in Lhasa. Selbst die paar Meter Aufstieg waren anstrengend. Im Palast selbst fand sich gar nichts, das Ding war eine verlassene Baustelle.

Thiksey

Nach dem zweitägigen Ausflug ins Nubra Valley sind wir wieder nach Leh zurück, haben in der Umgebung der Stadt das Thiksaykloster besichtigt (Bild oben). Eine beeindruckende Lage und ein interessantes Kloster. Die Busfahrt war jedoch anstrengend, da die Busse in Ladakh für die kleinen Bergbewohner konstruiert waren, jedoch nicht für lange Europäer mit langen Beinen. Die Bäume im Industal sind alle künstlich angepflanzt. Eigentlich ist die ganze Gegend eine Hochwüste und furztrocken. Das und die kräftig brennende Sonne sorgen für schuppige und sonnenbrandgefährdete Haut. Da war ordentliches Eincremen angesagt. Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug per Jeep zu einem weit entfernten See gemacht. Und zum Abschluss sind wir auf einen von Japan gesponsorten Tempel geklettert (Bild unten). Die Woche in Ladakh war leider viel zu kurz, doch unser Flug war schon gebucht und nun ging auch das letzte Indienabenteuer zu Ende. Zunächst der Flug zurück nach Chandigarh und von Delhi wenige Tage später zurück nach Frankfurt.

Shanti Stupa

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