Fabian in PERIYAR

Meine Erlebnisse in Indien

Tea

04.05.-07.05.2004 Periyar Wildlife Reserve

Nachdem es im Tiefland und an der Küste im April bis über 40 Grad heiß wurden, hatten wir spontan überlegt, in den Bergen etwas Abkühlung zu suchen. Eine Busfahrt von 6 Stunden stand dem noch im Wege. Durch beeindruckende Berglandschaften mit einem Lokalbus, der wirklich an jeder Scheune und Straßenkreuzung hielt. Angekommen ist das milde Klima wirklich wohltuend, es liegt Regenfrische in der Luft und das bei angenehmen 20 bis 25 Grad. Das aufzufindende Hostel ist ein wirklich netter Schuppen. Wir bekommen eine eigene Hütte im Garten, der schon direkt an den Nebelwald grenzt und wo man Aussicht auf den Nationalpark hat. Das Klima ist echt eine Umstellung, man schwitzt wenigstens nicht mehr die ganze Zeit und die Frische des Berglandes tut gut. Mit dem Geräusch plätschernder Regentropfen schlafen wir in unserer Hütte ein. Am nächsten Tag gilt es zunächst wie üblich die Umgebung zu erkunden, wir laufen zum Eingang des Nationalparks. Auf dem Weg sehen wir Wildschweine. Der grüne, dichte Pflanzenwuchs ist wirklich beeindruckend. So stellt man sich tropischen Regenwald vor. Wir buchen eine Tour durch den Nationalpark für den nächsten Tag.

Coffee

Für den Rest des Tages haben wir uns von einem durchaus netten Rikshafahrer beschwatzen lassen, eine Tour durch Tee- und Gewürzplantagen zu machen. Schließlich ist das Hochland von Kerala dafür bekannt, das hier hier die ganzen Gewürze herkommen. Zunächst fahren wir an Teeplantagen (Bild ganz oben) vorbei zu einer Teefabrik von Connemara. Der Name verwundert mich: Connemara ist eine irische Provinz, aber warum heißt der indische Tee so? Eine zufriedenstellende Antwort bekomme ich nicht. In der Teefabrik riecht es entsprechend nach schwarzem Tee. Es gibt verschiedene Qualitätsstufen des Tees, den man oft in Pulver zerbröselt und nicht in Blättern belässt, wie man es bei uns gewohnt ist. Die besten Qualitäten kommen in den Export, der Rest bleibt im Lande. Also auch hier das übliche Kolonialphänomen, dass die guten Rohstoffe nach Europa und Amerika gehen, während im Lande nur der minderwertige Rest bleibt. Man kriegt in Indien ja auch nur Pappschokolade und Nescafe, obwohl hier Kaffee- und Kakaobohnen geerntet werden. Nach der Teefabrik schauen wir uns eben die Kaffeeplantagen an (Bild oben). Und nicht nur die: in einem tropischen Paradiesgarten sehen wir, wo Mangos, Ananas, schwarzer Pfeffer, Vanille, Kurkuma, Ingwer, Guaven und Zimt herkommen. Dinge, die man nur in Verbraucher-Endform kennt, aber nicht weiß, wie und wo sie wachsen. Ananas wachsen auf Sträuchern, die wie Agaven aussehen. Mangos und Guaven kommen von Bäumen. Pfefferkörner werden von einer Pflanze gebildet, die sich um Bäume windet. Zimtstangen sind die getrocknete Rinde des Zimtbaumes. Äußerst faszinierend.

Reserve

Den nächsten Tag treten wir die Nationalparktour an. Mit mehreren Guides ausgerüstet laufen wir ein Stück durch den Wald. Einer von ihnen hat ein Gewehr, um wilde Tiere abwehren zu können. Kein wirklich beruhigendes Gefühl. Ich hoffe ja, den Tiger dennoch zu sehen, während die anderen auf das Gegenteil hofften - also ihn nicht zu sehen. Aber keine Chance, der lässt sich extrem selten blicken. So bewundern wir Affen und Termitenhügel. Das Glück kommt in Form einer Elefantenherde zu uns, die wir von sicherer Entfernung aus beobachen können. Auch die kleinen Elefanten sind mit dabei. Wir können uns nicht sattsehen an den Tieren, aber nach einer Weile trotten sie wieder von der Lichtung in den Wald. Mit einem Floß fahren wir über den Stausee. Auf der Hinfahrt lassen wir unsere Guides rudern. Auf dem Rückweg hingegen kommt ein starker Sturm in die Quere, es regnet unerbittlich. So sind auch die ausländischen Touristen gefordert mitzupaddeln und das Floß vor dem Untergehen zu bewahren. Vor dem Wasser selbst habe ich nicht die Angst, aber sehr wohl, dass meine Kamera das nicht überlebt. Also rudere ich kräftig mit. Im Nationalpark gibt es sonst keine Touristen, keinen Müll - also weitgehend naturbelassen. Wirklich traumhaft. Nach den kühlen Tagen im Regen fühlen wir uns wieder bereit für das sonnige Tiefland und verlassen die Berge Richtung Strand.

Elephants

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